Die Online-Zeitschrift „Historische Archäologie"

 

Historische Archäologie oder Historical Archaeology ist ein Begriff, der in den weltweit vielfältigen Traditionen der archäologischen Fächer unterschiedlich verwendet wird. Allen Versuchen einer Definition und inhaltlichen Abgrenzung gemeinsam ist die Betonung auf Epochen mit so genannter dichter Überlieferung. Insbesondere ist hier das Nebeneinander von materiellen archäologischen Quellen und schriftlicher Überlieferung zu nennen.

Mehr als die Hälfte der Ausgrabungen der archäologischen Denkmalpflege befasst sich mit dem Mittelalter und der Neuzeit. Während für die mittelalterlichen Befunde und Funde eine quellenkritische Auseinandersetzung mit übergreifenden Analysen mittlerweile selbstverständlich ist, sehen wir für die Neuzeit im deutschsprachigen Raum ein Defizit.

Ab Frühjahr 2009 wollen wir mit der Internetzeitschrift „Historische Archäologie" online und open-access ein neues Publikationsmedium anbieten. „Historische Archäologie" soll vorrangig und gezielt Forschungen und Analysen des Spätmittelalters und der Neuzeit in ihrem Gesamtzusammenhang präsentieren. Der zeitliche Rahmen reicht vom 14./15. Jahrhundert bis in die Gegenwart; geografisch werden sich die Beiträge auf den deutschsprachigen Raum und die Anrainerstaaten konzentrieren. Neben Funden und Befunden soll die Zeitschrift darüber hinaus ein methodologisches und theoretisches Forum sein. Zusätzlich möchten wir Brücken in das östliche Mitteleuropa und nach Skandinavien bauen - Regionen, die in der Neuzeit und Moderne keine Randstaaten und Peripherien waren, sondern sich durch kulturelle Entwicklungen und Eigenständigkeiten auszeichnen, die in der Archäologie seit den 1990er Jahren verstärkt wahrgenommen werden.

Mit der Entscheidung, online und open-access zu publizieren, wollen wir nicht nur den Empfehlungen großer Forschungseinrichtungen wie der DFG folgen, sondern verstehen dies als einen bewussten Beitrag gegen eine Kommerzialisierung des wissenschaftlichen Zeitschriftenmarktes. Wir möchten JungwissenschaftlerInnen, aber auch „etablierten" Kollegen die Möglichkeit bieten, ihre Forschungen vorzustellen. Dies bezieht sich weniger auf klassische Fundberichte, vielmehr fordern wir auf, Funde und Befunde im Rahmen methodisch wie theoretisch fundierter und orientierter Beiträge einzureichen und der Fachwelt zur Diskussion zu stellen. Wichtig erscheint uns, dass die unterschiedlichen Quellengattungen (Archäologische Quellen, Schriftquellen, Bildquellen, Oral History) komplementär für die Fragestellungen herangezogen und ausgewertet werden, um so zu umfassenden kulturwissenschaftlichen oder kulturhistorischen Aussagen zu gelangen.

Um einen möglichst breit gefächerten, internationalen fachlichen Austausch zu ermöglichen, sind Beiträge in englischer Sprache sehr willkommen. Deutschsprachige Artikel sollen eine ausführliche englische Zusammenfassung aufweisen.

(Hier die ausführliche Version downloaden.)


Literatur: